Pferdehalter hat Anspruch auf Herausgabe der Krankenakte


Krankenunterlagen des Tierarztes werden durchaus zumindest auch im Interesse des Dienstberechtigten bzw. Tierhalters errichtet. ( LG Hildesheim Urt. v. 12.03.1991 – 3 O 31/91 )

Ein Interesse des Tierhalters und Auftraggebers des Tierarztes an der Führung und der Einsicht in Krankenunterlagen bezüglich eines Tieres ist aber auch aus Sicht des Tierarztes von vornherein unmittelbar einsichtig. Zu der Verantwortung des Tierhalters gegenüber dem Mitgeschöpf Tier gehört insbesondere bei Säugetieren, die als Haustiere gehalten werden, die ordnungsgemäß Pflege und gesundheitliche Versorgung des Tieres im Interesse der Vermeidung unnötiger Leiden des Tieres. Diesem Gedanken ist neuerdings durch das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsstellung des Tieres im bürgerlichen Recht vom 20.08.1990 (BGBl. I Seite 1 762), insbesondere in §§ 90 a, 251 Abs. 2, 903 Abs. 2 Satz 2 BGB und im Tierschutzgesetz, Rechnung getragen worden. Es bedarf freilich nicht des unmittelbaren Rückgriffs auf dieses Gesetz um ein Interesse des Tierhalters/Eigentümers an der Erstellung der Krankenunterlagen festzustellen. Es liegt nämlich für jeden Tierarzt von vornherein auf der Hand, daß die durch die Einsicht in die Krankenunterlagen zu vermittelnde Kenntnis der bei dem behandelten Tier erhobenen veterinärmedizinischen Befunde und der angewendeten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen für den Tierhalter/Eigentümer im Interesse einer sachgerechten tierärztlichen Behandlung in der Folgezeit – gerade auch durch einen anderen Tierarzt -von erheblicher Bedeutung ist. Insoweit besteht eine vergleichbare Lage wie für die Dokumentation der Behandlung des Patienten in der Humanmedizin. Die Krankenunterlagen in der veterinärmedizinischen Behandlung dienen eben auch als Beweismittel für den Fall einer erneuten Behandlungsbedürftigkeit des Tieres.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert